Der Besitzer des Lieferfloaters hatte von einem kleinen Problem mit der Steuerung gesprochen.
Zarah hätte misstrauisch werden müssen, als der Mann die Maschine mitten in ihrer Werkstatt abstellte, den Reparaturschein unterschrieb und die Halle verließ, ohne nach dem Preis zu fragen.
Der Floater war kaum größer als eine Transportkiste. Sein rundlicher Rumpf bestand aus Messingplatten, die offenbar aus fünf verschiedenen Werkstätten stammten. Unter dem Bug hing ein einzelner Scheinwerfer, mehrere Kabel verschwanden durch ein Loch in der Außenhaut, und das linke Landebein war mit Draht an seinem Gelenk befestigt.
Ellie ging einmal um das Gefährt herum. Sera saß auf ihrer Schulter und folgte jeder ihrer Bewegungen mit schief gelegtem Kopf.
„Was transportiert man damit?“
Zarah zog eine Seitenklappe auf. Dahinter lagen so viele übereinandergebaute Leitungen, dass sie einen Moment lang vollkommen still blieb.
„Nach diesem Anblick vermutlich Menschen, die man loswerden will.“
Zwischen den Kabeln entdeckte sie eine automatische Instandsetzungseinheit. Solche Geräte überwachten während des Fluges die wichtigsten Systeme und ersetzten kleinere beschädigte Teile aus einem internen Vorrat. Dieses Modell war alt, mehrfach verändert und mit einem zusätzlichen Greifmechanismus verbunden worden.
Der Vorratsbehälter war leer.
„Das erklärt, warum er nicht mehr richtig steuert.“ Zarah griff nach dem Hauptschalter. „Die Reparatureinheit wartet auf Ersatzteile.“
Ellie betrachtete die offenen Leitungen. „Du hast bestimmt geprüft, ob sie abgeschaltet ist.“
Zarah legte den Schalter um.
Der Floater erwachte mit einem tiefen Summen.
Zunächst geschah nichts. Dann löste sich eine Unterlegscheibe vom Arbeitstisch und schwebte durch die Luft. Ein Schraubenschlüssel folgte ihr. Beide Teile verschwanden durch die offene Seitenklappe.
Zarah zog den Schalter sofort zurück.
Das Summen blieb.
Aus einem Regal sprang eine Schachtel mit Schrauben. Ihr Deckel klappte auf, und der gesamte Inhalt schoss in einem glänzenden Schwarm auf den Floater zu. Zahnräder rissen sich aus ihren Halterungen, Muttern rollten über die Werkbank und hoben nacheinander vom Holz ab.
„Das war der Hauptschalter!“, rief Ellie.
„Das weiß die Maschine offenbar nicht!“
Der Floater stieg einen halben Meter in die Höhe. Kleine Greifarme klappten aus seiner Unterseite und tasteten nach allem, was aus Metall bestand. Einer erwischte eine Zange, ein anderer zog einen Kupferdraht aus einem offenen Gehäuse.
Am anderen Ende der Werkstatt setzte sich ein schwerer Werkzeugwagen in Bewegung.
Ellie sprang zur Seite und riss beide Hände hoch. Grünes Licht breitete sich über den Boden aus, schlang sich um die Räder und hielt den Wagen fest. Die Schubladen öffneten sich trotzdem. Werkzeuge flogen heraus und wirbelten durch die Halle.
Sera stieß sich von ihrer Schulter ab. Er flatterte zwischen Schrauben und Unterlegscheiben hindurch und schnappte nach einer kleinen Mutter.
Die Maschine sammelt Metall.
„Das sehe ich.“
Sehr gründlich.
Zarah hatte inzwischen das Versorgungskabel der Instandsetzungseinheit gefunden. Sie zog es aus der Buchse, doch einer der Greifarme fing den Stecker auf und setzte ihn wieder ein.
„Die repariert sogar ihre eigene Abschaltung!“
Ein Messingbauteil löste sich aus einer Prüfmaschine. Zarah bekam es im letzten Moment zu fassen und stemmte beide Füße gegen den Boden. Der Floater zog in die andere Richtung, während das Bauteil zwischen ihnen vibrierte.
Ellie versuchte gleichzeitig, eine ganze Werkzeugwand zusammenzuhalten. Grünes Licht spannte sich über das Gestell, doch Schrauben rissen aus dem Holz und flogen dem Floater entgegen. Der kleine Rumpf war inzwischen mit Zangen, Zahnrädern und Teilen aus mehreren Maschinen bedeckt.
„Wie bringen wir ihn zum Aufhören?“
Zarah hielt das Bauteil mit beiden Händen fest. „Die Reparatureinheit schaltet sich ab, sobald der Floater vollständig ist.“
Ellie sah auf die leeren Stellen in den Regalen. „Wenn das so weitergeht, ist er vollständig und deine Werkstatt verschwunden.“
Sera landete auf einem Rohr über dem Floater. Die Mutter, die er gefangen hatte, lag zwischen seinen Vorderklauen.
Vielleicht weiß er nicht, welcher Teil fehlt.
Ellie blickte zu ihm und anschließend auf die geöffnete Seitenklappe. Zwischen all den Leitungen blinkte ein rotes Kontrolllicht. Daneben saß ein beschädigter Sensor, dessen Glas in der Mitte gesprungen war.
„Die Maschine prüft ihren Zustand über diesen Sensor, oder?“
Zarah folgte ihrem Blick. „Ja. Solange der eine Störung meldet, sucht sie weiter.“
Ellie ließ eine Hand sinken. Die Werkzeugwand ächzte sofort unter dem Zug des Floaters, doch das grüne Licht hielt sie weiterhin zusammen. Mit der anderen zeichnete sie eine kleine Glyphe in die Luft und schob sie auf das gesprungene Sensorglas.
Das rote Licht flackerte.
Für einen Moment wechselte es zu Grün, sprang zurück auf Rot und wurde wieder grün.
„Halte es dort!“, rief Zarah.
Sie ließ das Messingbauteil los. Es schoss auf den Floater zu und blieb scheppernd an dessen Außenhaut hängen. Zarah war bereits an der Seitenklappe, riss zwei Kabel aus ihren Halterungen und verband sie über eine freie Kontaktplatte.
Das Kontrolllicht leuchtete dauerhaft grün.
Der Floater gab einen zufriedenen Ton von sich.
Sämtliche Greifarme blieben stehen. Schrauben, Zahnräder und Werkzeuge hingen noch einen Augenblick in der Luft, bevor sie zu Boden fielen. Das Messingbauteil krachte vor Zarahs Stiefeln auf, der Werkzeugwagen rollte zurück, und Sera ließ die Mutter auf den Rumpf fallen.
Sie prallte zweimal ab und blieb auf dem Boden liegen.
Er benötigt dieses Teil offenbar doch nicht.
Ellie senkte die Hände. „Was genau hast du gemacht?“
Zarah betrachtete die neue Kabelverbindung. „Ich habe ihm bestätigt, dass die Reparatur abgeschlossen ist.“
„Ist sie das?“
„Nein. Aber jetzt glaubt er es.“
Am folgenden Morgen holte der Besitzer seinen Lieferfloater ab. Zarah überreichte ihm eine Rechnung, die beinahe so lang war wie die Maschine selbst.
Neben der erneuerten Steuerung standen darauf die Wiederbeschaffung von dreiundvierzig Schrauben, neun Werkzeugen, sieben Zahnrädern, einer Kupferspule und dem halben Innenleben einer Prüfmaschine. Ganz unten hatte Zarah eine zusätzliche Position ergänzt:
Erfolgreiche Verhinderung der vollständigen Einverleibung einer Werkstatt.
Der Mann las die Summe, wurde blass und bezahlte, ohne eine Frage zu stellen.
Zarah sah ihm nach, bis der kleine Floater durch das Hangartor verschwunden war. Dann befestigte sie über ihrem Hauptschalter ein neues Schild.
Fremde Selbstreparatursysteme sind vor Betreten der Werkstatt vollständig zu entleeren.
Ellie betrachtete die noch immer halb leeren Regale. „Meinst du, das hilft?“
Zarah hob den verbogenen Hauptschalter vom Boden auf.
„Nein. Aber beim nächsten Mal kann ich sagen, dass ich davor gewarnt habe.“

