14.01.2026 – Die Service-Nische

Wir gleiten hindurch, schließen die Tür hinter uns so leise, wie es geht. Das letzte, was ich vom Raum sehe, ist eine Reihe Regale, die im Halbdunkel verschwinden. Arme, Beine, Köpfe in Fächern. Und dazwischen die Bewegung eines Schattens, der gerade dabei ist, seine Vorräte zu prüfen. Dann ist die Tür zu.

Der Nebenflur ist kaum besser. Die Luft ist etwas weniger süßlich, dafür dichter vor Staub. Die Notlichtstreifen an den Wänden sind hier fast vollständig ausgefallen; nur alle paar Meter glimmt einer träge. Wir schalten die Lampen wieder ein.

Nach ein paar Metern finden wir eine kleine Service-Nische. Ein Technikraum, vielleicht zwei mal drei Meter groß, vollgestellt mit alten Steuerkästen und Wartungskonsolen. Es gibt eine Tür, die man von innen verriegeln kann.

„Hier“, sage ich. „Kurz. Nur kurz.“ Nora nickt. Sie wirkt, als würde sie in Stücke fallen, wenn sie noch einen Meter weiter gehen muss.

Wir treten ein. Ich drücke die Tür zu, ziehe den Riegel vor. Das Klicken des Mechanismus ist das erste Geräusch seit Minuten, das nicht nach Gefahr klingt.

Niemand von uns sagt etwas. Unsere Körper sind laut genug.

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